Joomla gallery by joomlashine.com

Slideshow3

Willkommen auf unserer Reisehomepage!!

Wir werden euch hier wie gewohnt mit Reiseberichten "beglücken". Neu an dieser Seite ist die Newsletter-Funktion.
Tragt euch mit eurer E-Mail-Adresse ein und ihr werdet automatisch benachrichtigt, wenn es einen neuen Reisebericht gibt.

Ursel & Bruno

Koh Phayam 02.10.2010 - 30.04.2011




Mai 2011 - Oktober 2012

Thailand / Borneo

 

Thailand, Borneo 2011, (30.04.-08.09.2011),

Deutschland und zurück in Thailand Okt. 2012


Weiterlesen... 

Sulawesi / Indonesien 2013

Südostasien 2012 - 2014

Sulawesi / Indonesien                               

03.04. - 22.05.2013

sulawesi map


Fast 1 Jahr sind wir nun schon wieder in Südostasien unterwegs, haben uns aber abgesehen von einigen kurzen Visa-Run-Trips nach Burma in den ersten 8 Monaten nur in Thailand aufgehalten. Erst 4 Wochen bei unseren Thai-Freunden Goi und Au auf Koh Samui, dann 2 Monate bei Erich und Su auf Koh Phangan und schließlich 5 Monate auf unserem geliebten Inselchen Koh Phayam. Es war eine recht gemütliche und vor allem sehr glückliche Zeit für uns. Wir fühlen uns in Thailand wohl und nach all unseren Reisen rund um die Welt genießen wir es mittlerweile lange an einem Ort zu bleiben, Alltag zu leben, in die örtlichen Gegebenheiten einzutauchen und Kontakte zu  Einheimischen zu knüpfen, die über die Fragen „Where do you come from?“ und „What's your name?“ hinaus gehen. So vieles erschließt sich einem erst wenn man länger bleibt und gerade hier in Südostasien braucht es Zeit, bis man das Mienenspiel in den Gesichtern lesen kann, denn aus Angst vor Gesichtsverlust werden Gefühle meist hinter einem Lächeln verborgen. Aber letztlich finde ich es faszinierend auf wie viele Arten man lächeln und dabei sogar Ärger ausdrücken kann. Besonders auf Koh Phayam haben wir mittlerweile  viele Thais (und auch Burmesen) kennengelernt und je länger wir dort blieben, desto mehr haben wir uns in die Insel und ihre Menschen verliebt. Und das ging auch unseren 3 Besuchern, Wolfgang vom Snookerclub, Thomas aus Limburgerhof und Nanni aus Berlin so.  (Wer mehr über die Insel wissen will, davon gibt es schon einen  Bericht von 2011).


                                                  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ende März hatten wir schließlich unser Thailand-Visum bis auf den letzten Tag ausgereizt und wir mussten aus dem Land ausreisen. Mit ein wenig Wehmut im Herzen packten wir unsere 7 Sachen und fuhren mit dem Bus nach Phuket wo wir uns für 2 Nächte in der Nähe des Flughafens an einem kleinen Strand eingemietet hatten. Was für ein Unterschied. Dort ist das Thailand der Pauschal-Touristen die das bestimmt auch total schön finden, aber wir waren froh da schnell wieder weg zu kommen und flogen weiter nach Kuala Lumpur / Malaysia. 

Durch die günstige Fluggesellschaft Air Asia, die ihren Heimat-Flughafen in Kuala Lumpur hat und den gesamten südasiatischen Raum bis Australien abdeckt, ist Kuala Lumpur auf unseren Reisen mittlerweile zu einer Drehscheibe geworden um gut und günstig ins nächste Land zu kommen.

Dieses Mal wollten wir nach Sulawesi in Indonesien. Wir kennen von diesem riesigen Land mit seinen 13 000 Inseln schon ein wenig aber letztlich reicht wohl ein ganzes Leben nicht aus um dort alles zu sehen. Bisher waren wir nur auf Bali, Java,  Lombok und den Gili-Islands, das alles vor 25 Jahren und vor 3 Jahren auf Sumatra. Von Borneo kennen wir nur den malayischen Teil und jetzt sollte es Sulawesi sein. Da die Insel in ihrer Nord-Südausdehnung etwa so lang ist wie Deutschland wollten wir uns vorab auf der indonesischen Botschaft in Kuala Lumpur ein 2-Monats-Visum besorgen um genügend Zeit zu haben und nicht durchs Land hetzen zu müssen. Ohne vorherige Einholung des Visums erhält man bei der Einreise nur  4 Wochen und die Verlängerung im Land ist sehr aufwändig und kostet Zeit und Geld. Also schmissen wir uns in Schale, fuhren auf die indonesische Botschaft in Kuala Lumpur und 2 Tage später konnten wir unseren Pass mit dem gewünschtem Visum wieder abholen. Das hat alles gut geklappt, aber wir sahen einige Andere die gleich wieder weg geschickt worden waren und erst gar kein Visum beantragen durften weil sie beispielsweise Plastik-Sandalen oder nur ein Träger-T-shirt mit unbedeckten Schultern trugen. Man sollte halt wissen, dass man in Indonesien sehr viel Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt  und die Botschaft in Kuala Lumpur ist berüchtigt dafür in dieser Hinsicht sehr penibel zu sein. Auf die Frage, warum es so schwer ist für Indonesien ein längerfristiges Visum zu bekommen, hat uns ein Indonesier erklärt, dass es auch für Indonesier schwer sei ein Visum z.B. für Deutschland zu erhalten und von daher sei es nur rechtens, wenn dies auch umgekehrt so sei.

In Kuala Lumpur blieben wir insgesamt eine Woche, gut zum shoppen und schlemmen. Bruno war natürlich wieder öfter im Snookerclub, den er noch vom letzten Jahr kennt und wurde dort auch freudig von all seinen früheren Bekannten begrüßt. Und wir trafen Sascha aus Speyer, der vor einem Jahr mit seinem Motorrad in Deutschland gestartet war um über den Landweg nach Indien, Nepal, Thailand, Laos und Malaysia zu fahren. Ganz begeistert war er übrigens vom Iran und seinen so freundlichen Menschen, was uns auch schon von anderen berichtet worden war. In den deutschen Medien wird da leider ein ganz anderes Bild vermittelt. Sascha wartete in Kuala Lumpur auf seinen Rückflug nach Deutschland.

Ich musste in Kuala Lumpur 2 x zu einer Augenärztin im Princecourt-Hospital, denn seit ein paar Wochen hatte ich eine Entzündung am Oberlid, die einfach nicht weggehen wollte. Die Ärztin hat die entzündete Drüse 2 x auf gestochen und mit Hilfe antibiotischer Tropfen bin ich es dann auch schließlich wieder losgeworden.

Endlich war dann alles erledigt: gesundheitlich wieder fit, Visum eingeholt und Flug gebucht. Sulawesi wir kommen.

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 03.04.2013 landeten wir in Makassar, der Hauptstadt von Sulawesi. Gertraud, die wir von Thailand her kennen und die letztes Jahr schon durch Sulawesi gereist war, hatte uns vorab einige gute Tipps gegeben, unter anderem auch, dass wir „Dodo the penman“ in Makassar kontaktieren sollen. Das war super, denn Dodo entpuppte sich als ein sehr hilfreicher Einstieg für uns in Sulawesi. Wir hatten ihm eine e-mail geschickt und so holte er uns am Flughafen ab und wir konnten in seinem Privathaus für ein paar Nächte unterkommen. Dodo, der mittlerweile auch im Reiseführer als gute Anlaufstelle steht, kümmert sich um ankommende Touristen, hat überall in Sulawesi Freunde an die er weiter empfiehlt und er ist ein ehrlicher und freundlicher Mensch. Von sich selbst meint er, dass die Welt wohl besser wäre, wenn es mehr von seiner Sorte gäbe und da liegt er nicht ganz falsch. In seiner Freizeit ist er Hobbyzauberer und seinen Namen „The Penman“ hat er bekommen, weil er mit Leidenschaft Kugelschreiber aus aller Welt sammelt. Uns hat er einen Tag lang die wunderschöne Umgebung von Makassar gezeigt, wie den Nationalpark mit dem tollen Wasserfall und die Höhlen in denen man 50 000 Jahre alte Felszeichnungen gefunden hat, war mit uns auf dem  Fisch- und dem Sonntagsmarkt und jeden Abend hat er uns in die kleinen Restaurants (Warungs) der Stadt gebracht wo es den besten Fisch, das beste Gado-Gado und die besten Satés gibt. An unserem letzten Tag waren wir sogar bei seinen Schwiegereltern eingeladen, wo sich regelmäßig einmal im Monat die gesamte Familie mit allen Geschwistern und Kindern trifft. Wir wurden auch dort sehr freundlich empfangen, köstlich bewirtet und soweit es die Sprachkenntnisse zuließen, ausführlich über Deutschland und unser Leben dort befragt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch als wir einen Tag lang allein in der riesigen 1,4 Millionen Metropole Makassar unterwegs waren fiel uns auf, dass uns überall sehr viel Interesse und Freundlichkeit entgegen gebracht wurde. Ständig wurden wir bestaunt, angelächelt, wenn es die Englisch-Kenntnisse zuließen, angesprochen und wir mussten uns für ein Gruppenfoto aufstellen. Im Museum wurde Bruno sogar von einer Mädchen-Schülergruppe über unsere Motivation nach Sulawesi zu reisen befragt. Die Mädchen, die mit ihrer Lehrerin dort waren, hatten sich in aller Eile ein paar Fragen auf englisch notiert um uns dann zu interviewen und zum Abschluss musste natürlich noch ein Foto gemacht werden. Dodo meinte, dass er auch einmal in Holland zu Besuch gewesen war, aber dass dort von ihm niemand ein Foto haben wollte. Man merkt schon, dass der Tourismus in Sulawesi noch nicht sehr ausgeprägt ist und das vor allem in dem Moloch Makassar in dem sich wohl kaum einer länger aufhält.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Etwas außerhalb des engsten Stadtkerns rund um das Fort Rotterdamm und der Uferpromenade wirkt die Stadt auf den ersten Blick ziemlich chaotisch und unübersichtlich. Da hab sogar ich Probleme mich zurecht zu finden, obwohl man mit den kleinen Minibussen die überall fahren und die man auch überall anhalten kann gut von A nach B kommt. Der Verkehr ist unglaublich, die Straßen endlos verstopft mit Autos, Kleinbussen, Fahrrad- und Motorrad-Rikshas, die Bürgersteige sind voller Verkaufsstände und Menschen und obwohl Dodo eigentlich noch in der Innenstadt wohnt, brauchten wir mit dem Auto oft mehr als eine Stunde um von einem Restaurant wieder nach Hause zu kommen. Wir waren wirklich froh ihn an unserer Seite zu haben und können ihn auch an andere Sulawesi-Reisende nur wärmstens weiter empfehlen, denn er will keine Touren für teures Geld verkaufen, sondern einfach nur Menschen in seinem Land willkommen heißen. Für die Übernachtung in seinem Haus wo wir ein eigenes Zimmer hatten,  haben wir übrigens nur 9 Euro gezahlt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 4 Tagen in Makassar fühlten wir uns einigermaßen Sulawesi-akklimatisiert und wollten weiter das Land oder besser gesagt die Insel erkunden. Dodo ging noch mit uns über den riesigen Sonntagsmarkt, den allerdings auch viele tausend Andere besuchten und wir konnten uns nur schiebend durch die Menschenmenge bewegen. Bruno kaufte seine geliebte rosa Zuckerwatte und dann brachte uns Dodo zum Bus nach Rantepao im berühmten Tana-Toraja-Land, unsere nächste Reisestation. Vor uns lagen 9 Stunden Busfahrt. Doch der Bus war super bequem und die Straße nach Rantepao gehört zu den am besten ausgebauten in Sulawesi.

Schon gleich am Busbahnhof lernten wir den 72-jährigen Schweizer Sepp kennen, der schon vor 30 Jahren mal durch Sulawesi gereist ist und das damals sogar zusammen mit Stefan Loose und seiner Frau, der die Reiseführer für ganz Südostasien herausgibt. Auch wir haben die neuste Ausgabe des Stefan-Loose für Indonesien dabei, doch Sulawesi kommt da leider ziemlich kurz bei weg. Der Lonely Planet, den es leider nur in englisch gibt, ist da viel ausführlicher.

Die Busfahrt war dann auch wirklich ganz angenehm, es gab viel zu sehen und alle 2-3 Stunden wurde für eine Essens- und Pinkelpause angehalten. Bei der ersten Rast fragte eine andere Touristin wie lange wir denn hier halten. Der Busfahrer meinte darauf: „Na so lange bis Du fertig gegessen hast.“ Das ist typisch Indonesien und einer der Gründe, weshalb wir uns hier wohl fühlen.

Spät am Abend, erst nach 22.00 Uhr kamen wir endlich in Rantepao an. Der Bus hielt irgendwo am Straßenrand, unser Gepäck wurde ausgeladen, alles war irgendwie dunkel und nur spärlich beleuchtet und es regnete leicht. Da standen wir nun und hielten Ausschau nach Enos, ein Freund von Dodo, der uns am Bus abholen sollte. Doch der war nicht da. Na super. Das sind immer die miesesten Momente einer solchen Reise. Man ist müde von der langen Fahrt, weiß nicht genau wo man ist, kennt sich nicht aus, dazu noch im Dunkeln und bei Regen und dann lauern da die Taxi-Abzocker, in unserem Fall Motorrad-Rikshas auf mögliche Opfer, denen man jeden Preis unterjubeln kann. Aber was sollten wir machen? Zum Glück hatten wir ein Hotel im Kopf, das uns eine Mitreisende im Bus empfohlen hatte und so nahmen wir uns eine Riksha  und ließen uns, natürlich zu einem völlig überhöhten Preis, ins Monton-Hotel bringen.  Jeder Traveller kennt diese Momente und weiß auch, dass der 1. Tag an einem neuen Ort immer der teuerste ist.

Der Hoteltipp war super. Das Monton liegt in einer ruhigen Seitengasse und wir bezogen ein nettes Zimmer mit Bad im 2. Stock von deren Terrasse wir einen wundervollen Blick auf die umliegenden Berge hatten, wie wir dann am nächsten Morgen fest stellten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Frühstück zogen wir los zu unserer ersten Stadterkundung. So im Morgenlicht und bei Sonnenschein wirkte alles gleich viel freundlicher auf uns und auch der Müll, der am späten Abend noch überall in den Ecken gelegen hatte war verschwunden. Gleich nebenan war der Markt, wo es natürlich alles zu kaufen gab und wir schlängelten uns durch die engen Gassen und Gänge, erstanden Shampoo und unseren ersten Toraja-Kaffee. Der Duft hatte uns schon von weitem magisch angezogen und wirklich, es ist der beste Kaffee, den wir jemals getrunken haben. Leider kann man ihn sonst nirgendwo kaufen, denn die Kaffeebäume sind alle noch im Besitz von Kleinbauern, die ihn selbst rösten und nur auf den umliegenden Märkten verkaufen. Man trinkt ihn hier, indem man das feingemahlene Pulver in einer Tasse mit heißem Wasser aufgießt und süße Dosenmilch dazu gibt. Das ist dann „Kopi susu“. Ich schätze mal, dass dieses Wort zu den ersten gehört, die jeder Sulawesi-Reisende in Bahasa-Indonesia lernt. Im Übrigen ist „Indonesisch“ nicht so schwer zu erlernen, denn es ist eine recht einfache Sprache, die künstlich erschaffen worden ist um die vielen, vielen Volksgruppen mit ihren Sprachen und Dialekten unter einem Staat zusammen zu fassen. Selbst  wenn man nur ein paar Worte kann, eröffnet einem das bei der einheimischen Bevölkerung neue lächelnde Welten.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als wir gegen Abend  im einzigen Cafe der Stadt das freies Internet anbietet, saßen um zu essen stand plötzlich Enos an unserem Tisch. Ja, natürlich habe er gestern Abend an der Busstation auf uns gewartet, aber da es geregnet hatte, war er im anliegenden Restaurant gesessen und habe gar nicht gemerkt, dass der Bus bereits angekommen war. Jetzt habe er uns gesucht und da es ja nicht so viele Möglichkeiten gäbe wo wir sein könnten, auch gefunden. Na also, es geht doch. Wir verabredeten mit ihm für den übernächsten Tag eine Tour in die traditionellen Dörfer mit den wunderschönen Toraja-Häusern, zu den berühmten Felsengräbern und zu einer Beerdigungszeremonie. Die Torajas sind Christen, bestatten aber ihre Toten in Felsenhöhlen und stellen Holzfiguren davor, die den Verstorbenen ähneln und auch deren Kleider tragen. Die Bestattung ist immer ein riesiges Ereignis, bei dem viele Gäste geladen sind und es werden Büffel und Schweine geschlachtet. Die Anzahl der geschlachteten Tiere und der geladenen Gäste richtet sich nach dem Reichtum und Status der Familie und so was kann ganz schön teuer werden, denn allein so ein Büffel kostet bis zu 20 000 Euro. Besonders wertvoll sind die Albinos mit weißer Haut. Dies erfuhren wir am nächsten Morgen als wir im Nachbarort den  Büffelmarkt besuchten, der einmal die Woche statt findet. Hunderte Büffel und mindestens 1000 Schweine wurden da feilgeboten und während die Büffel von ihren Besitzern alle liebevoll gewaschen, gebürstet und von Hand gefüttert wurden, lagen die Schweine noch lebend aber schon für den Abtransport fertig verschnürt auf Bambusgestellen. Das ist nix für sensible Seelchen, denn ich finde Schweine können wie Menschen schreien und auch ich wollte mich da gar nicht so lange aufhalten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch heftiger fürs zarte, europäische Nervenkostüm aber war dann das Schlachten selbst, das wir bei der Beerdigungszeremonie auf unserer Tour mit Enos miterleben durften. Das ist eine ganz schön blutige Angelegenheit so mitten im Dschungel, andererseits geht es wohl in deutschen Schlachthäusern noch viel brutaler und vor allem ehrloser den Tieren gegenüber  zu, was wir aber natürlich nicht sehen, wenn wir unser Fleisch beim Metzger oder im Supermarkt kaufen. Enos hatte uns viel über die Kultur der Torajas erzählt und uns auch über angemessenes Verhalten bei der Beerdigung aufgeklärt. Wir hatten eine Stange Zigaretten als Geschenk für die Familie mitgebracht, wurden dann in einer der überdachten Plattformen aus Bambus empfangen, die vor jeder Zeremonie für die Gäste neu erbaut werden und mit Kaffee, Gebäck und Zigaretten bewirtet. Ständig wurden von Gästen neue lebende Schweine auf Bambusgestellen gebracht die dann gleich an Ort und Stelle getötet, ausgenommen, die Haare abgebrannt und zerlegt wurden. Das Fleisch wurde dann nebenan zusammen mit Gemüse und Kräutern in Bambusrohren am offenen Feuer gegart. Das meiste Fleisch wird aber grundsätzlich an die Dorfbewohner und die Familien der Verwandten verteilt. Wir fanden es sehr beeindruckend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beeindruckend fanden wir auch die wunderschönen Toraja-Häuser, die sich teilweise seit über hundert Jahren in Familienbesitz befinden und deren Frontseite immer mit den Büffelhörnern, die bei einer Beerdigung in der Familie geschlachtet worden waren, geschmückt ist. Gestaunt haben wir auch bei den Felsengräbern und wie viel Arbeit es ist mit einfachen Werkzeugen solche Löcher in die Felsen zu hauen, dass ein Sarg hinein passt. Hier dreht sich im Leben viel um den Tod, der auch noch sehr kostspielig ist. In dieser Form ist das wohl einzigartig in der Welt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir fühlten uns wohl in Rantepao mit seinem angenehmen Hochlandklima und blieben insgesamt 10 Tage. Enos hatte uns für eine weitere Tour noch einen Fahrer organisiert, der mit uns einen Tag lang durch die Berge fuhr, vorbei an kleinen Kakao- und Kaffeeplantagen, Bambuswäldern und wunderschönen Reisterrassen. Durch das  ausgewogene Klima (viel Sonne, viel Regen) ist die Erde extrem fruchtbar und hier wächst eigentlich fast alles. Das Land ist reich an Natur und hungern muss hier wohl keiner.  Für zwei Tage hatten wir uns dann noch Mopeds gemietet um die Gegend auch auf eigene Faust erkunden zu können. Da es hier kaum Hinweis- und noch nicht mal Ortsschilder gibt, haben wir uns natürlich heillos in den umliegenden Dörfern, alle mitten im Dschungel, verfahren. Die Menschen waren alle total nett und hilfsbereit aber Landkarten konnte keiner lesen und mit englisch war es hier auch vorbei. Na ja, am Ende haben wir doch wieder zurückgefunden und ich war ein wenig stolz auf mich, denn obwohl die Wege sehr bergig, steil und zum Teil extrem schlecht waren, nur mit grobem Geröll und tiefen Schlammlöchern, habe ich alles ohne umzufallen bewältigt. Meine viele Fahrpraxis der letzten Monate zeigt eben doch Wirkung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Touren mit Enos haben wir übrigens zusammen mit Sepp gemacht, den Schweizer, den wir bereits im Bus kennengelernt und in der Stadt wieder getroffen hatten. Abends sind wir meist mit ihm und Fabienne und Roman, die  neben uns im Hotel wohnten und gerade von den Togian-Inseln gekommen waren, essen gegangen.

 

Ja die Togian-Inseln, das war auch mein Traum und mein nächstes Ziel, aber  bis dahin war es noch ein weiter Weg, den wir in mehreren Tagesetappen zurücklegen wollten. So kauften wir uns Busfahrkarten in die nächstgrößere Stadt Tentena. Laut Reiseführer dauert die Fahrt etwa 10 Stunden, in Wirklichkeit waren es aber 14. Der Reisebus war klein, wohl um die vielen Serpentinen die Berge rauf und runter besser bewältigen zu können und die Sitze eigentlich nur für die sehr zierlichen indonesischen Popos gedacht. Zum Glück war der Bus nicht voll und so konnten wir jeder 2 Sitze besetzen, was die lange Fahrt doch recht erträglich machte. Normalerweise lese ich gern auf so langen Busreisen, doch dieses mal war die Fahrt so spannend und die Ausblicke so atemberaubend, dass ich nicht mal einen Blick in mein Buch geworfen habe und von Schlafen konnte auch keine Rede sein. Rudi, ein indonesischer Reiseführer, den wir in Rantepao kennengelernt hatten, meinte, dass man sich bei dieser Fahrt wie in den Wolken fühlt und genauso war es auch.

Nach 2 Stunden in endlosen Serpentinen rauf, war die erste Pause angesagt und die brauchte wohl in erster Linie unser Bus, denn unter dem linken Vorderreifen rauchte es ganz bedenklich. Das sah nicht sehr Vertrauenserweckend aus. Alle beobachteten den aufsteigenden Rauch, runzelten die Stirn, zuckten die Schultern aber keiner machte was. Erst mal was essen, dann weiter sehen. Da sind die Indonesier den Thais sehr ähnlich, denn ohne Essen geht schon mal gar nix und Bruno scheint das auch voll übernommen zu haben, denn er würde am liebsten jeden Warung, das sind die Essensstände an der Straße, testen. Eine halbe  Stunde später hatte sich der Rauch verzogen, alles war wieder abgekühlt und wie es sich herausstellte war die Ursache wohl die Klimaanlage gewesen. Es wurde ein bisschen drauf geklopft, gedreht und geschraubt, dann alle Fenster im Bus aufgerissen, denn ohne Klimaanlage schmilzt man schnell dahin und los ging die Fahrt. 10 Minuten später sprang sie aber doch wieder an, also alle Fenster wieder zu, und wir konnten die restliche Fahrt in angenehm kühler Temperatur genießen.

Sehr spät, nach 23.00 Uhr, es war schon über 6 Stunden dunkel, kamen wir im kleinen Städtchen Tentena an. Und wie es so ist, es regnete mal wieder. Aber dieses mal wurden wir wirklich von Petrus und seinem Freund erwartet, (Rudi in Rantepao hatte uns diesen Kontakt vermittelt), die uns mit ihren Mopeds ins Tropicana-Hotel brachten.

Petrus, der im Gegensatz zu unseren Hotelwirten gut englisch spricht, managte dort alles für uns. So konnte ich auch mein Moskitonetz aufhängen, denn die Malaria-Gefahr ist in Zentral-Sulawesi nicht unerheblich. Ansonsten fühlten wir uns dort aber sehr wohl. Der Platz war wunderschön, mal wieder mit Ausblick auf den Fluss und See und die Familie  wirklich sehr nett.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir blieben drei Nächte, erkundeten das Städtchen, aßen bei Mama im Warung mit Blick auf den See und machten mit Petrus eine Tagestour zu den schönen Wasserfällen sowie eine 5-stündige Wanderung durch die Kakao- und Gewürznelkenplantagen der Umgebung. Es war echt schön, das Problem war nur, dass es in der Nacht zuvor sehr stark geregnet hatte und unsere Wanderung eine schlammige Rutschpartie wurde. Irgendwann waren meine Schuhe durch all den Schlamm doppelt so dick und doppelt so schwer, aber bei unseren Flussdurchquerungen zu Fuß wurden sie auch wieder sauber. Unterwegs trafen wir auf einen Kakao-Bauern, einen Balinesen der durch die Zwangsumsiedlungspolitik der indonesischen Regierung nach Sulawesi gekommen war. Er erzählte, dass es ihm und seiner Familie auf Bali sehr schlecht gegangen sei und sie nichts mehr zu essen hatten, aber hier habe er mit Hilfe der netten Menschen in Sulawesi einen Neuanfang wagen können und mit der kleinen Kakao-Plantage ein Auskommen gefunden. Natürlich lud er uns in seine bescheidene Hütte ein, servierte uns Kaffee und Nudelsuppe, obwohl die Familie selbst so wenig hatte. Immer wieder trafen wir in Sulawesi auf so extrem gastfreundliche Menschen, was uns manchmal wirklich ein wenig beschämte, wenn ich dran denke, wie wir in Deutschland mit Fremden umgehen. Zurück am Abend waren wir rechtschaffen müde aber glücklich, und sogar der befürchtete Muskelkater nach so vielen beschwerlich zurückgelegten Kilometern blieb aus. Scheinbar sind wir doch fitter als gedacht und weil mich viele immer fragen, mit meinem Bein bin ich die 5 Stunden locker und ohne Beschwerden marschiert. Eigentlich danke ich im Geist täglich dem Prof. Huck der Uniklinik Mannheim, dass er mir so viel Lebensqualität zurück gegeben hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter in Richtung Togian-Inseln war unsere nächste Station das kleine Küstenstädtchen Ampana. Von hier fahren die Boote zu den Inseln ab. Um hin zu kommen mieteten wir uns dieses mal einen privaten Fahrer, mit dem wir zwar auch 6 Stunden unterwegs waren, aber mit  dem öffentlichen Bus wären es wohl 12 Stunden geworden. Das Reisen auf Sulawesi ist bedingt durch seine schlechten Straßen nicht einfach und für eine Entfernung von 300 km muss man einfach mit 10 Stunden Fahrt rechnen. Das ist wohl auch der Grund, weshalb die Togian-Inseln noch wenig touristisch erschlossen sind, denn die Anfahrt ist sehr mühsam und zeitaufwändig. Die meisten Besucher kommen nur bis Rantpao im Tana-Toraja-Land. Bei 3-4 Wochen Urlaub ist auch nicht mehr drin und wir sind so froh, dass wir uns alle Zeit der Welt nehmen können. Wir fühlen uns da schon sehr privilegiert. Allerdings haben wir ein Paar getroffen, das quasi unserer Reiseroute gefolgt ist, aber schon alles von zuhause aus fertig gebucht hatte, natürlich mit Privatchauffeur. Die haben über 7000 Euro für 4 Wochen Sulawesi gezahlt, während wir noch nicht einmal ein Drittel für 7 Wochen brauchten. Mit viel Geld geht natürlich einiges, aber die ziehen nur von Highlight zu Highlight eines Landes und bekommen von dem Leben dort nur wenig mit, während wir es genießen uns Zeit zu lassen und vor allem in Kontakt zu der einheimischen Bevölkerung zu kommen. Diese Beziehungen machen unsere Reisen wertvoll und reich und während man sich alle Naturhighlights heutzutage auch wunderbar im Fernsehen ansehen kann, bleibt das was ich zwischenmenschlich erlebt und gelebt habe für immer in meinem Herzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Ampana gibt es bisher nur wenige Hotels und wir stiegen im  Marinas Cottages ab.

Endlich hatten wir wieder Seeluft in der Nase und waren am Meer. Der Strand besteht nur aus groben Kieseln und die Hütten sind sehr einfach, nur mit Plumpsklo ohne Wasserspülung, aber dafür mit Klimaanlage und es gibt einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Beim Gang durch den Ort, wo wir noch Wasser und Mückenschutz kaufen wollten, waren wir mal wieder eine Attraktion, wie schon so oft in Sulawesi, denn außer uns schien es keine Langnasen in der Stadt zu geben. Die Hauptreisezeit, wo schon noch ein paar Touristen nach Ampana kommen, ist auch erst während der europäischen Sommerferien und an Weihnachten.

Im Marina Cottages lernten wir Edi kennen, der dort arbeitet, gut englisch spricht und sich ein wenig um die ankommenden Touristen kümmert. Er sagte uns, dass bereits am nächsten Tag ein Boot nach Bomba auf den Togian Inseln fahren würde und da die Boote nicht täglich fahren, nutzten wir die Gelegenheit und ließen uns bereits am nächsten Morgen mit Mopeds an den Pier bringen. Dort wurden wir von „Kapitän Nine“, der nur neun Finger hat, begrüßt und nachdem dann alle Reisenden endlich in das kleine Boot geklettert und auch noch ein Moped rauf gehievt worden war, gings endlich los. Natürlich waren wir auch hier die einzigen Touristen an Bord. 4 Stunden lang tuckerten wir übers offene Meer, zwischendurch hatte sich mal ein wenig das Ruder verhakt, was aber gleich wieder behoben war und dann setzten sie uns auf einem winzigen Inselchen ab. Wir waren an unserem Resort, Poya Lisa.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Inselgruppe der Togians ist etwa 200 km lang, besteht aus unzähligen kleinen Inseln vulkanischen Ursprungs, manche nur so groß, dass gerade mal eine Palme darauf Platz hat, auf anderen gibt es kleine Dörfer und das Hauptstädtchen Wakai. Gemeinsam ist ihnen allen, dass es noch keine Strom-, Wasser- und Telefonleitungen gibt, und wenn überhaupt, dann nur ein äußerst beschränktes Handynetz, dass sie alle noch mit Primär-Urwald bewachsen und von einem wunderbar kristallklaren Meer umgeben sind, das noch recht intakte bunte Riffe aufweisen kann. An den kleinen schneeweißen Sandstränden kann man sich noch ein wenig wie Robinson fühlen.

Das Resort Poya Lisa befindet sich auf einer winzigen Insel, gegenüber dem Dorf Bomba, besteht aus etwa 10 kleinen Holzbungalows, einem Restaurant und einem Steg und wird von einer sehr netten und liebenswerten Familie betrieben. Als wir ankamen und unser Gepäck den etwas wackligen Steg entlang geschleift und die drei Stufen zum Restaurant erklommen hatten, wurden wir von den drei anderen Gästen, André und Andrea aus Deutschland, und Els aus Holland empfangen, die gerade beim Mittagessen waren. Schnell wurde für uns noch ein Gedeck aufgelegt und wir bekamen das Notfallessen für unvorhergesehene Gäste, nämlich Omelett mit Kartoffeln und Gemüse. Das Restaurant ist nämlich gar kein Restaurant, sondern eher ein Speiseraum, denn den Bungalow bucht man hier mit Vollverpflegung und 4 Mahlzeiten am Tag, d.h. man isst was man bekommt und gekocht wird von der Familie in Bomba, wo sie auch wohnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Essen bezogen wir unseren Holzbungalow, der auf einer schmalen Landzunge über dem Meer thronte und wirklich super einfach war. Zwar hatte er ein Bad, das allerdings nur aus einem Hockklo und einer Wassertonne bestand, aber das Beste waren die beiden Terrassen über dem Meer, eine für den Sonnenaufgang und eine für den Sonnenuntergang. Wir haben uns sofort in diesen Platz verliebt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Leben auf Poya Lisa war sehr beschaulich. Nach dem Frühstück machte der nette Kapitän, der leider kein englisch sprach, das kleine Auslegerboot fertig, befestigte seine Motoren, die er am Abend ausgebaut, gesäubert und geschmiert hatte, und wir tuckerten los, bis dann plötzlich das Wasser seine Farbe von tiefblau zu hellblau wechselte und wir an einem Riff angekommen waren. Dann tauchten wir ein in die bunte Unterwasserwelt mit einer unglaublich großen Anzahl verschiedener Korallenarten und bunter Fische. An den Steilhängen der Riffe waren die ganz großen zu sehen und in den Korallen die kleinen bunten. Wunderschön war es, als wir auf eine Gruppe Delphine stießen, die quasi eine Extra-Show mit Saltos und Sprüngen für uns hinlegten. Wir waren begeistert und fasziniert. Klar sahen wir auch Flecken, wo die Dorfbewohner mit Zyanid und Dynamit gefischt hatten, denn dort waren die Korallen zerstört, aber das ist mittlerweile streng verboten und im Verhältnis zum Zustand der weltweit ausgebleichten und toten Korallenriffe und ist dort die Welt noch einigermaßen in Ordnung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurück auf dem Boot gab es erst mal Kopi Susu und dann tuckerten wir heim zum Mittagessen. Es gab immer Reis mit Fisch. An den Nachmittagen fuhren wir nochmal zum Schnorcheln, oder der Kapitän brachte uns auf eine der umliegenden Inseln in ein Dorf wo wir zum Sonnenuntergang die großen bunten Nashornvögel beobachten konnten, die immer pünktlich um 18.00 einfliegen oder wir schlenderten durch die Dörfer wo wir überall sehr freudig begrüßt wurden und jeder mit uns zusammen fotografiert werden wollte. Die offene und freundliche Art der Menschen hat uns wirklich sehr berührt. Das Leben ist hier  sehr einfach und vor allem die Kinder schienen uns noch richtig glücklich zu sein. Wir besuchten auch die Schule in Bomba, wo Muhlis, der sich in Poya Lisa um die organisatorischen Sachen und die Gäste kümmert weil er als einziger englisch spricht, als Lehrer arbeitet. Bruno und André spielten Fußball mit den Jungs und zeigten ein paar Hackentricks, während Andrea, Els und ich von Mädchengruppen umringt waren, die uns Löcher in den Bauch fragten.#

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einmal machten wir auch einen Tagesausflug zu einer kleinen unbewohnten Robinson-Insel mit Traumstrand und schönem bunten Riff. Der Kapitän und Aki, der Junge, der uns im Poya Lisa immer die Wassertonne zum Duschen auffüllte, bereiteten uns dort ein wunderbares Picknick zu. Wir fühlten uns in eine Traumwelt versetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Abende verbrachten wir immer im Restaurant, wo es dann Fisch mit Reis und Gemüse gab. Die Mahlzeiten waren immer lecker und trotzdem es 2x täglich Fisch gab, empfand ich das Essen eigentlich nicht als eintönig, gesund war es mal auf jeden Fall. Meist gingen wir früh schlafen, denn Strom von Generator und damit Licht gab es sowieso nur bis 22.00 Uhr und man glaubt ja gar nicht, wie müde man nach 2 Stunden Schnorcheln ist.  

In der Zwischenzeit waren auch neue Gäste eingetroffen, Markus und Anja aus Deutschland, auch auf einer 1-jährigen Weltreise unterwegs und Wendy und Freek aus Holland. Freek feierte seinen 40. Geburtstag mit uns, aber ihm ging es nicht gut, denn er muss sich einen Virus eingefangen haben und lag die meiste Zeit mit Fieber im Bungalow. Auch uns ging es nicht besonders. Bruno hatte Ohrenschmerzen vom Korallenwasser und ich hatte in Rantepao im Toraja-Land frische Maracujas gegessen, die ja so lecker sind, aber leider auch viele Kerne haben und so einer muss sich in meinem Darm festgesetzt haben, der sich entzündet hat. Zum Glück hatte ich für diesen Fall Antibiotika dabei, die ich dann auch genommen habe und dabei war mehr oder weniger fasten angesagt, damit der Darm nicht so viel arbeiten muss und ausheilen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach einer Woche entschlossen wir uns weiter zu ziehen. André und Andrea waren schon vor ein paar Tagen abgereist und nach Deutschland zurück, Els fuhr nach Ampana und dann weiter nach Kuala Lumpur wo sie sich mit ihrem Mann treffen wollte, der eine Knieoperation in Holland hinter sich hatte um dann mit ihm weiter durch Indonesien zu reisen. Die Beiden haben übrigens in Holland auch ihre Zelte abgebrochen, mit Mitte 50 ihren Job gekündigt und das Haus verkauft, waren dann 3 Jahre mit ihrem Truck in Südamerika unterwegs und wollen damit demnächst wieder nach Afrika, wo sie früher schon des öfteren waren. Immer wieder auf unseren Reisen treffen wir auf  Menschen, die ähnliche Lebensträume wie wir haben und es tut gut zu erfahren, dass wir damit nicht allein sind.

Anja, Markus, Wendy und Freek wollten mit uns weiter auf die nächste Insel der Togians und so mieteten wir uns ein kleines Auslegerboot und ließen uns nach Katupat bringen. Unterwegs stoppten wir noch in Wakai, dem kleinen Hauptstädtchen der Togians wo Freek sich von einem Arzt Antibiotika gegen seinen Infekt geben ließ und 4 Stunden später erreichten wir unser nächstes kleines Traumziel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Katupat ist ein wenig größer als Poya Lisa und direkt hinter unserem Bungalow begann schon der dichte urwüchsige Dschungel wo  noch Palmendiebe, eine riesige Krabbenart, die Kokosnüsse knackt, leben. 2 Jungs aus dem Dorf hatten sich bereit erklärt sie uns zu zeigen und so machten wir uns eines Abends im Dunkeln auf zu einer Tour durch den Dschungel wo es noch keine Wege gab. Während wir alle wegen der Insekten und möglichen giftigen Tieren in langen Hosen, langärmligen Shirts und festen Schuhen schwitzten, waren die beiden Jungs natürlich in kurzen Hosen und barfuß unterwegs. Aber wir sahen sie wirklich, die Giantcrabs, die mit ihren riesigen Scheren nicht nur Kokosnüsse, sondern auch Finger und Hände knacken können. Also Vorsicht beim Anfassen. Leider gibt es nicht mehr viele davon, denn da sie scheinbar auch gut schmecken, wurden sie fast ausgerottet. Mittlerweile weiß man, dass sie eine gute Touristenattraktion sind und damit Geld zu verdienen ist und so gingen die beiden Jungs auch sehr vorsichtig und fast liebevoll mit ihnen um.

Aber auch vor den normalen Strandkrabben muss man sich auf Katupat in Acht nehmen, denn eines Tages war ein großes Exemplar doch tatsächlich über den Abfluss in unsere Toilettenschüssel gewandert und saß da dick und breit mit ihren recht beachtlichen Scheren. Bruno war ganz schön erschrocken als er den Klodeckel angehoben hat und sich gerade setzen wollte. Zum Glück hatte er vorher einen Blick rein geworfen. Wir haben sie dann einfach weg gespült.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansonsten verbrachten wir recht geruhsame Tage auf Katutpat und pflegten unsere Leiden. Bruno tröpfelte sein schmerzhaftes Ohr, ich schluckte Antibiotika und fastete,  Wendy litt an Durchfall, aß erst pfundweise Bananen und dann Immodium, Freek erholte sich zusehends und nur Anja und Markus waren topfit, aber die sind ja auch noch jung. Ich fuhr nochmal mit zu einer Schnorcheltour wo wir wieder auf einem anderen kleinen Robinson-Inselchen picknickten und in einer Lagune voller Quallen schnorchelten, die, da es dort keine Feinde gibt, keine Nesseln haben und problemlos angefasst werden können. Solche Quallen gibt es meines Wissens nur an 3 Stellen auf der Welt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6 Tage später war allgemeine Aufbruchstimmung. Markus und Anja wollten noch weiter auf die Insel Malenge, Wendy und Freek mussten ihren gebuchten Flug in Gorontalo auf dem Festland im Norden erwischen und wir wären eigentlich auch gern mit nach Malenge, hatten aber Angst, dass dann unser mitgebrachtes Geld nicht reichen könnte, zumal man hier nie weiß ob und wann ein Boot geht und wie lange man festhängt. Geldautomaten gibt es hier natürlich nicht. Also blieben wir auf der sicheren Seite, teilten uns mit Wendy und Freek ein Boot zurück ins Hauptstädtchen Wakai wo wir die große Fähre nach Gorontalo aufs Festland bestiegen. Wir fuhren die ganze Nacht und früh am Morgen kurz nach Sonnenaufgang erreichten wir die Stadt Gorontalo. Die Zivilisation hatte uns wieder. 

Mit einer Motorrad-Riksha ließen wir uns in Hotel Melati bringen, wo wir erst mal  frühstückten, uns ausschliefen und einen Blick ins Internet warfen, aber wie immer war in den letzten 3 Wochen, in denen wir von jeglicher Kommunikationsmöglichkeit abgeschnitten gewesen waren, in Deutschland nix neues passiert.

Wir blieben drei Tage. Bruno stürmte den Nachtmarkt und die Essensstände, denn er hatte Lust auf alles, wenn es nur kein Fisch war, während mir das recht egal war, denn mehr als Nudelsuppe traute ich mich sowieso noch nicht zu essen. Es ging mir zwar wesentlich besser, aber eben noch nicht wirklich gut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und dann hatten wir wieder eine 10-stündige Autofahrt vor uns. Wir wollten weiter nach Manado. Dieses Mal mieteten wir uns einen Kjang. Das sind Combi-Wagen mit 2 Rückbänken. Der Vorteil ist, sie sind schneller als der Bus und die Fahrgäste werden nicht am Busbahnhof, sondern jeweils am gewünschten Zielort abgesetzt. Für unser Empfinden haben in diesen Autos maximal 8 Personen inklusive Fahrer Platz. In Sulawesi sind es aber 11 Personen. Das heißt auf den beiden Rücksitzen quetschen sich jeweils 4 und auf dem Beifahrerplatz 2 Personen zusammen. Bei 10 Stunden Fahrt ist das verdammt eng. Die Lösung: wir zahlten für 3 Personen statt nur für uns beide und hatten uns somit ein wenig Raum auf der Rückbank erkauft, auf der wir nun nur zu dritt saßen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Trotz allem war es ganz schön anstrengend und wir kamen wieder sehr spät am Abend in Manado an. Aber da wir diesmal  direkt in unserem Wunschhotel „Celebes“ abgesetzt wurden, war das kein Problem. Doch so langsam  hatten wir die Schnauze voll von diesen elend langen Bus-und Autofahrten und da wir ja den ganzen Weg nach Makassar im Süden wieder zurück mussten, beschlossen wir da auf jeden Fall zu fliegen. So buchten wir am nächsten Tag einen Flug mit Lion Air, sahen uns noch ein wenig die Stadt an, in der es heiß, stickig und regnerisch war und fuhren dann mit dem öffentlichen Bus erst mal weiter nach Tomohon in die Berge, aber diese Fahrt dauerte nur eine gute halbe Stunde.

Durch seine Höhenlage ist es in Tomohon nicht ganz so heiß und die Gegend mit den umliegenden Vulkanen ist schön. Doch die meisten Touristen kommen wohl wegen dem berühmt-berüchtigten Fleischmarkt der täglich stattfindet. Hier lebt die Volksgruppe der Minahasa, sie sind protestantische Christen und man sagt, sie essen alles was Fleisch hat.

Wir waren im Vulcano-Resort abgestiegen. Die Anlage war wunderschön, aber die Bungalows hatten echt schon bessere Tage gesehen und waren wirklich  renovierungsbedürftig. Na ja für ein paar Tage ging es und außerdem hatten wir uns dort wieder mit Markus und Anja verabredet, die am gleichen Abend noch kamen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsam besuchten wir am nächsten Morgen den Markt und wirklich, da wurden neben Fischen, Hühnern und Schweinen auch Ratten, Fledermäuse, Schlangen und Hunde angeboten. Das Schlimmste für mich waren die Hunde, die noch lebend in Käfigen zusammen gepfercht saßen und darauf warteten, dass sie raus geholt und erschlagen wurden. Ich glaube, die wussten ganz genau, was da passiert. Wir fanden es alle ziemlich schaurig. Die Leute dort erzählten uns, dass sie das Fleisch der verschiedenen Tiere immer nur zu bestimmen Anlässen essen, so isst man Hund wenn es kühl ist, weil er warm macht und Schlange essen sie, weil sie sich Heilung bei bestimmten Krankheiten versprechen. Na ja, andere Kulturen, andere Essgewohnheiten. Die Franzosen essen Froschschenkel, die Chinesen halb ausgebrütete Eier, die Kambodschaner geröstete Vogelspinnen, die Thailänder Maden und Käfer und unsere Blut- und Leberwurst findet sicherlich auch nicht überall in der Welt ihre Liebhaber. Natürlich gab es auf dem Markt auch Unmengen an Obst und Gemüse zu sehen und das gefiel mir schon viel besser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir blieben 5 Tage in Tomohon, erkundeten noch ein wenig die Stadt und machten einen Ausflug zum Sonnenaufgang an den tätigen Vulkan, der ganz schön heftige Rauchwolken ausstieß. Das, so erzählten sie uns, sei aber noch nicht besorgniserregend, vor ein paar Wochen sei es schlimmer gewesen und mit einem Ausbruch müsse man immer rechnen. Ganz in der Nähe gibt es auch einen Vulkansee, der immer wieder seine Farbe von blau zu grün wechselt, was wir auch beobachten konnten, und der ganz schön nach faulen Eiern, also Schwefel stinkt. In seiner Umgebung dampft und brodelt es überall aus der Erde.

Schließlich wurde es Zeit Abschied zu nehmen. Anja und Markus wollten noch in den Nationalpark, dann nach Kalimantan / Borneo und nach Taiwan, bevor sie im Sommer nach Deutschland zurück müssen und wir ließen uns von unserem Resortbetreiber mit dem Auto direkt an den Flughafen von Manado bringen und flogen zurück nach Makassar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für den Hinweg hatten wir über 5 Wochen gebraucht und zurück waren wir in einer Stunde. Fliegen hat doch Vorteile, auch wenn ich es immer noch nicht mag. Im Flughafen von Makassar wurden wir bereits von Dodo erwartet, den wir per e-mail informiert hatten.

Klar konnten wir wieder bei ihm wohnen, es sollte ja auch nur für eine Nacht sein, denn wir hatten noch etwa 1 Woche Zeit und die wollten wir in Bira, einem Küstenort an der östlichen Südspitze von Sulawesi verbringen.  Das hieß wieder eine 5-stündige Autofahrt.

Dodo brachte uns früh am Morgen zum Parkplatz, wo die Kjangs abfahren und wir kauften wieder 3 Plätze für uns beide auf der mittleren Rückbank. Der Fahrer meinte, wir sollten doch erst mal noch einen Kopi Susu trinken, denn der Wagen sei noch nicht voll und er suche in der Zwischenzeit Mitfahrer. Und so warteten wir fast 2 Stunden, bis wir  endlich los fuhren. Er fuhr aber nicht auf die Straße Richtung Bira, sondern nur um die Ecke in eine kleine Autowerkstatt. Dort wurde der Wagen mit sämtlichen Insassen einseitig aufgebockt und erst mal die Reifen gewechselt, dann das Gleiche auf der anderen Seite. Außer uns schien sich keiner unserer Mitreisenden darüber zu wundern. Das ist eben auch Sulawesi. Und dann zeigte uns der Fahrer was seine neuen Reifen so alles können und wie sie auch die waghalsigsten Überholmanöver überstehen. Wir waren froh, als wir am Nachmittag heil in Bira angekommen waren.

Dodo hatte uns die Bungalows von Riswan empfohlen und dort stiegen wir auch ab. Gleich nebenan war das Restaurant Salassa wo wir am Abend essen gingen und Shanty kennen lernten. Zusammen mit ihrem Mann Erik betreibt sie ein Gästehaus und das Restaurant. Sie ist eine fantastische Köchin und ein sehr sympathischer und warmherziger Mensch. Wir mochten uns sofort. Während unseres Aufenthaltes in Bira haben wir fast nur bei ihr gegessen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ansonsten ist Bira ein kleiner netter Badeort mit einem schönen Strand, der vor allem an den Wochenenden von Jugendlichen aus Makassar überschwemmt wird.  Was uns dort am meisten störte war der ganze Plastikmüll, der überall herum lag. Ich denke manchmal, dass das Plastik der Fluch Asiens ist. Überall und ständig wird beim Einkauf alles in Plastiktüten verpackt, selbst wenn es nur ein kleines Feuerzeug ist. Es gibt in Sulawesi noch kein Recyclingsystem dafür und während sie in Thailand Plastikflaschen und Dosen sammeln und gegen Geld zurücknehmen, werden sie in Sulawesi einfach aus dem fahrenden Auto oder in die Ecke geworfen. Einmal sahen wir, wie sie eine riesige Tüte voller Plastikmüll mitten am Strand nur 30 cm tief vergruben. Die nächste Flut wird es schon mitnehmen. Da ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

Viele Ferien-und Bungalowanlagen in Bira wirken herunter gekommen und kaputt, für ausländische Touristen ist das kein Magnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch die Umgebung ist wunderschön, wie wir auf unserer Mopedtour in den nächsten Tagen entdeckten. Überall gibt es kleine versteckte Buchten mit schneeweißen Sandstränden und glasklar-schimmernden Wasser. In Sachen Tourismus gibt es hier noch viel Potiental. Die Menschen leben vom Fischfang und dem Bootsbau, denn da sind die Bugis, so nennt sich der hier lebende Volksstamm, wahre Meister. Wir haben gehört, dass  Leute aus allen Teilen der Welt hierher kommen um sich Boote bauen zu lassen, alles mit einfachsten Werkzeugen und ohne Zollstock, aber sie scheinen perfekt zu sein.

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unsere letzte lange Autofahrt in Sulawesi machten wir dann zusammen mit Riswan unserem Resortbesitzer, der sowieso nach Makassar fahren musste und uns mit zurück  nahm. Er hatte uns gesagt, dass er früh morgens um 4.00 Uhr los muss, also standen wir um 3.00 Uhr auf um noch die letzten Reste in den Rucksack zu packen und einen Kaffee zu trinken. Gefahren sind wir dann erst um 6.00 Uhr. Da war ich echt sauer, erst macht er Stress damit wir mitten in der Nacht aufstehen und dann lässt er uns blöd rumstehen. Er war mir sowieso schon nicht super sympathisch, denn ich finde er ist nicht echt. Außerdem hatte er mit Dodo telefoniert und der hatte uns geschrieben, dass Riswan uns zu ihm nach Hause bringen würde. Tatsächlich hat er uns aber nur an die Busstation in Makassar gebracht wo wir ein Taxi nehmen mussten. Das war wirklich das einzige Mal, dass  wir in Sulawesi auf einen Menschen gestoßen sind, der uns Unbehagen bereitet hat. Ansonsten waren es auf dieser 7 Wochen langen Reise über diese wunderschöne Insel vor allem die Menschen aus so vielen verschiedenen Volksstämmen und mit unterschiedlichen Religionen, die alle mit ihrer offenen, echten, hilfsbereiten und warmen Art auch bei uns immer ein Lächeln auf die Lippen gezaubert haben und die diese Reise für uns zu einem wunderschönen Erlebnis haben werden lassen. Danke an alle die uns begegnet sind, auch an unsere netten Mitreisenden mit denen wir unsere Erlebnisse teilen konnten.

Zurück bei Dodo in Makassar gingen wir noch einkaufen, denn wir hatten Raja, aus „unserem“ indischen Restaurant in Kuala Lumpur einen T-shirt aus Indonesien versprochen, und dann brachte uns Dodo zum Flughafen, wo wir am 22.Mai zurück nach Kuala Lumpur flogen.

Der Unterschied war krass, all diese hektische Geschäftigkeit, dieses wahnsinnige Überangebot an Geschäften, Waren und Essensmöglichkeiten, Fußgängerampeln, Gedränge und Hochhäuser. Die ersten Tage waren wir wie geblendet, bis wir uns wieder eingefunden hatten. Ich brauche sowieso immer etwas länger bis ich wirklich an einem neuen Ort angekommen bin, denn meine Seele hinkt immer etwas hinterher.

Wir besorgten uns auf der thailändischen Botschaft ein neues Visum für Thailand, diesmal ein Non-Immigrant, mit einer  Gültigkeit von drei Monaten, das wir angeblich im Land auf ein Jahr verlängern können sollten. Bruno war wieder Snookern und ich wieder im Prince-Court-Hospital. Mein Darm fühlte sich immer noch nicht richtig an, obwohl ich ihm nochmal eine weitere Woche Antibiotika verpasst hatte und so ließ ich mir einen Ultraschall machen. Sie konnten allerdings nichts feststellen und so beschloss ich einfach mal wieder weitgehend normal zu essen (ich hatte nämlich auf faseriges Gemüse und Rohkost weitgehend verzichtet, weil das sehr belastend für einen kranken Darm ist). Seither ging es mir täglich besser. Vielleicht brauchte meine Psyche auch einfach nur die Bestätigung, dass wieder alles in Ordnung ist.

Eine Woche später flogen wir nach Koh Samui zu unseren Freunden Goi und Au, bezogen einen Bungalow am Meer und verdauten erst mal all unsere Erlebnisse in Sulawesi.

Jetzt im Moment sind wir eine Insel weiter auf Koh Phangan bei Erich und Su in unserem Häuschen mit Küche, Bruno kocht Spaghetti und Schweinebraten und ich mache endlich mal den Bericht über unsere Sulawesi-Reise. Nachdem sich das alles ein wenig gesetzt hat, geht das auch besser.

Hier bleiben wir noch bis Ende August und dann müssen wir aus Thailand ausreisen, denn für eine Verlängerung unseres Visums auf ein Jahr wollten sie hier 40000 Euro auf einer thailändischen Bank, was wir aber nicht machen. So verlassen wir erst mal das Land, nur wohin, das wissen wir noch nicht genau. Es gibt ja soo viele Möglichkeiten. Wir werden sehen und, we'll follow the flow!!

  

 

Archiv